Rezensionen und Stimmen zu „Die bewaffnete Wahrheit“

Alle Rezensionen und Testimonials zum Buch „Die bewaffnete Wahrheit“ (Hrsg. Danylo Poliluev-Schmidt, Miles-Verlag, ISBN 9783967761160) in voller Länge.

Rezension von Dr. Sebastian Lambertz zu „Die bewaffnete Wahrheit“

– Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde (Berlin, 22.07.2026)

Ein wichtiges Buch für alle, die verstanden haben, dass unsere Demokratie auch im Informationsraum verteidigt werden muss.

Schon länger richtet sich der Blick deutscher Medienschaffender und Kommunikationsexpert*innen nach Osten. Dort zeigt sich, wie die Medienlandschaft Europas in Zukunft aussehen könnte. Unabhängige Onlinemedien mit innovativen Finanzierungsmodellen, Plattformen, die von Exil-Journalist*innen betrieben werden, und ein breites Spektrum digitaler Formate bieten Inspirationen, die mediale Landkarte im Angesicht der digitalen Beschleunigung weiterzuentwickeln.

Insbesondere die Ukraine ragt dabei hervor. Der politische und gesellschaftliche Transformationsprozess, in dem sich das Land seit der Unabhängigkeit von 1991 befindet, macht auch vor den Medien nicht halt. Seit der Annexion der Krim und der russischen Vollinvasion 2022 hat sich dieser Prozess noch einmal beschleunigt. Dem stetigen Druck systematischer Desinformation und Propaganda durch Russland ausgesetzt, hat das Land bemerkenswerte Mechanismen im Umgang mit dieser Bedrohung entwickelt. Hier lohnt ein genauerer Blick, denn auch in Deutschland sind wir wiederholt russischer Desinformation ausgesetzt.

Wer sich genauer mit dieser Thematik befassen möchte, sollte „Die bewaffnete Wahrheit“ lesen, denn das Buch liefert erstmals einen umfassenden Einblick in den ukrainischen Kampf im Informationskrieg. Beginnend mit der Unabhängigkeit des Landes 1991 zeichnen die Autor*innen die ukrainische Mediengeschichte bis in die Gegenwart nach. Russische Desinformationspraktiken spielen dabei eine zentrale Rolle. Versuche, eine evidenzbasierte Kommunikation zu verhindern oder zumindest zu stören, sollen demokratische Diskurse unterminieren sowie staatliche und journalistische Institutionen delegitimieren. Für die Ukraine geht es somit nicht nur um die Hoheit im Informationsraum, sondern um die Zukunft der Demokratie im Land.

Die ukrainischen Strategien im Kampf gegen Desinformation sind somit keine rein theoretischen Konzepte, sondern haben sich in der direkten Auseinandersetzung bewährt. „Die bewaffnete Wahrheit“ nimmt diese Strategien in den Blick und stellt dabei besonders die Zeit ab 2014 in den Mittelpunkt. Die Autor*innen machen deutlich, wie russische Desinformation die Annexion der Krim und den Krieg im Donbass vorbereitet und begleitet hat und somit Teil eines Krieges ist, der nicht mehr nur militärisch, sondern vor allem hybrid geführt wird. Dies gilt auch und insbesondere für die Vollinvasion im Jahr 2022.

Einblicke in russische Strategien und Kampagnen sowie bewährte Mittel dagegen sind von unschätzbarem Wert, wenn es darum geht, unsere eigene Demokratie zu schützen. Daher sei die Lektüre von „Die bewaffnete Wahrheit“ all jenen ans Herz gelegt, die sich mit den zunehmenden Verwerfungen im Informationsraum befassen, denn das Buch liefert nicht nur eine umfassende Darstellung der ukrainischen Medienlandschaft und -geschichte. Wichtiger noch sind die Erkenntnisse, die die Autor*innen daraus ableiten. Sie bleiben dabei nicht bei der Analyse ukrainischer Strategien stehen, sondern diskutieren darüber hinaus konkrete Fallbeispiele und Strategien, die sich aus dem Umgang der Ukraine mit russischer Desinformation auf Europa übertragen lassen.

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Rezension von Konstantin Otto zu „Die bewaffnete Wahrheit“

– Geschäftsführer „Die Politische Meinung“, Redakteur (Berlin, 30.07.2026)

Die bewaffnete Wahrheit ist weit mehr als eine Würdigung mutiger Journalistinnen und Journalisten – ein überzeugendes Plädoyer dafür, die Voraussetzungen zu schützen, unter denen Wahrheit überhaupt eine Chance hat.

Es heißt oft, dass sich die Wahrheit am Ende immer durchsetzt. Der Titel „Bewaffnete Wahrheit“ stellt diese beruhigende Vorstellung jedoch bereits infrage. Er macht deutlich, dass die Wahrheit nicht immer aus eigener Kraft siegt, sondern bewaffnet werden muss: durch Menschen, die sie dokumentieren, verteidigen und ihr die Mittel an die Hand geben, sich gegen Lüge, Gewalt und Manipulation zu behaupten.

Die im Band versammelten Texte zeigen auf eindrucksvolle Weise, was das in der Ukraine bedeutet. Essays, wissenschaftliche Beiträge, Dokumente und persönliche Erfahrungsberichte erzählen von Journalistinnen und Journalisten, Fotografen, Ermittlern und zivilgesellschaftlichen Initiativen, die unter schwierigsten Bedingungen Fakten sichichern, Kriegsverbrechen dokumentieren und der Propaganda etwas entgegensetzen. Dabei geht es um Pressefreiheit, Korruptionsbekämpfung, Kriegsberichterstattung und den politischen Wandel ebenso wie um die persönlichen Risiken und moralischen Konflikte, die mit dieser Arbeit verbunden sind.

Das Buch macht deutlich, wie wichtig unabhängiger Journalismus gerade in einer Zeit ist, in der autoritäre Regime gezielt Desinformation verbreiten, Propaganda einsetzen und versuchen, die öffentliche Wahrnehmung zu beeinflussen. Es zeigt, warum sorgfältige Recherche, kritischer Umgang mit Quellen und Transparenz keine Nebensache sind, sondern die Grundlage jeder glaubwürdigen Berichterstattung. Die bewaffnete Wahrheit ist deshalb weit mehr als eine Würdigung mutiger Journalistinnen und Journalisten. Es ist ein überzeugendes Plädoyer dafür, die Voraussetzungen zu schützen, unter denen Wahrheit überhaupt eine Chance hat.

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Rezension von Roderich Kiesewetter zu „Die bewaffnete Wahrheit“

– MdB (CDU), Buchautor, Oberst a. D. (Berlin, 13.08.2026)

Der Sammelband „Die bewaffnete Wahrheit“ ist ein starkes fundiertes Plädoyer für die Ukraine in Freiheit, Selbstbestimmung und Wahrhaftigkeit.

Der Sammelband „Die bewaffnete Wahrheit“ ist ein starkes fundiertes Plädoyer für die Ukraine in Freiheit, Selbstbestimmung und Wahrhaftigkeit. Danylo Poliluev-Schmidt gelingt es mit sechs kundigen und versierten Autoren ein umfassendes Werk über die Ukraine auf dem wiedererlangten Weg in die Freiheit hin zu einer wehrhaften Demokratie seit 1991 zu skizzieren. Schnörkellos beschreibt er den Kampf um die Selbstbestimmung gegen das furchtbare Joch russischer Aggression auch als Kampf um Narrative und um die Wahrheit für einen aufgeklärten wehrhaften Journalismus. Er skizziert die brutalen Eingriffe von der Aufgabe der nuklearen Fähigkeiten über die Orangen Revolution und die Revolution der Würde immer verbunden mit dem Kampf gegen Korruption, die Entlarvung von Falschinformationen, die Stärkung von Rechtsstaatlichkeit und Resilienz der ukrainischen Zivilgesellschaft. Dazu gehören die Aufklärung der Bevölkerung ebenso wie die permanent verbesserte Ausbildung von Journalistinnen und Journalisten. Der Umgang mit Nachrichtensperren aus Furcht vor Sabotage und Spionage ist immer auch ein Balanceakt zwischen Informationsfreiheit und militärischer Sicherheit unter Nutzung von OSINT-Recherchen und KI-Werkzeugen. Die Leserschaft hält ein modernes Kompendium in den Händen mit einem hervorragenden Quellenverzeichnis. Es wäre ein gravierender Fehler, dieses ausgezeichnete Werk als Zustandsbeschreibung der Ukraine misszuverstehen, dieses sehr lesenswerte Buch ist vielmehr ein Aufruf, unsere eigene Freiheit mit den Augen und boshaften Instrumenten des Gegners zu sehen, unsere Verletzlichkeit zu begreifen und was die Menschen und der Journalismus in der Ukraine wegen der menschenverachtenden allzerstörenden Vernichtungskraft des Terrorstaats Russland durchmachen und auszuhalten wissen. Das gesamte Werk ist ein Aufruf und flehender Appell, unsere eigene Resilienz erheblich zu verbessern und der Ukraine zum Sieg zu verhelfen. Sonst werden auch wir Opfer und lernen nicht aus den ukrainischen Erfahrungen. Dieses Buch verdient weite Verbreitung und intensive Lektüre.

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